BDSM für Anfänger: So steigen "Fifty Shades of Grey"-Fans in die Szene ein

"Fifty Shades of Grey" hat deine Neugier geweckt und du willst die härtere erotische Spielart probieren? Hier findest du Tipps für BDSM für Anfänger.

BDSM für Anfänger: So steigen "Fifty Shades of Grey"-Fans in die Szene ein

In der Popkultur ist BDSM immer mal wieder ein Thema – und spätestens "Fifty Shades of Grey" hat die sexuelle Vorliebe salonfähig gemacht und die Neugier vieler geweckt. Allerdings ist BDSM nur ein Sammelbegriff für ein weites Feld aus Begriffen, Praktiken und Vorlieben, das sich schwer auf einen Nenner bringen lässt. Hier findest du eine Übersicht zu allem, was du für den Einstieg wissen solltest: BDSM für Anfänger erklärt.

Für Einsteiger kurz erklärt: Was ist BDSM?

Das etwas sperrige Akronym BDSM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von Bondage & Discipline, Dominance & Submission sowie Sadism & Masochism zusammen. Oftmals wird der unscharfe Begriff Sadomasochismus oder Sadomaso (SM) synonym dazu verwendet, obwohl längst nicht alle BDSM-Praktiken mit der Lust am Schmerz zusammenhängen.

Du hast Fragen? Wir haben die Antworten

Was im BDSM allerdings stets vorhanden ist: ein Machtgefälle. Einer der Beteiligten ist der devote, unterwürfige Part, auch Sub oder Bottom genannt. Der andere Partner dominiert ihn und wird deshalb als Dom oder Top bezeichnet. Der Lustgewinn entsteht also entweder daraus, dem bestimmenden Top ausgeliefert zu sein, oder aber aus der Kontrolle und Macht über den Sub. Menschen, die zwischen der dominanten und unterwürfigen Rolle wechseln, heißen übrigens Switch(er).

Fließende Grenzen von zart bis hart

Dabei kommt es zu einem Wechselspiel aus Geben und Nehmen, Zuckerbrot und Peitsche, Lob und Bestrafung. Der unterwürfige Partner kann beispielsweise gefesselt und gedemütigt werden, zwischendurch wechselt das BDSM-Spiel aber auch zu Phasen des Lobs und der Belohnung.

SM-Anhänger stehen dabei nicht selten auf echten Lustschmerz, quälen oder werden gequält und empfinden dabei sexuelle Erregung. Allerdings solltest du gerade als Anfänger auf keinen Fall Dominanz mit Sadismus gleichsetzen. Lustschmerz ist in der BDSM-Szene nicht jedermanns Sache. Und sogar Sex gehört nicht zwingend zu seiner Session dazu. Ob es zum Akt kommt, entscheiden beide Partner.

Kommunikation ist wichtig im BDSM: Das Safeword

Wichtig beim BDSM für Anfänger ist: Bevor ihr euch auf eine Session oder ein Spiel einlasst, solltet ihr vorher einen Rahmen festlegen, was ihr ausprobieren wollt. Was geht und was geht nicht? Kommunikation ist nicht nur der Schlüssel in einer Beziehung, sondern auch im BDSM. Denn so vermeidet ihr unangenehme Überraschungen, weil ihr unterschiedliche Erwartungen an das erotische Spiel gestellt habt.

Wenn dein Partner schon Erfahrungen in Sachen BDSM mitbringt, kläre ihn darüber auf, dass du ein Neuling bist. So kann er sich besser auf dich einstellen. Überhaupt ist Empathievermögen in besonderem Maße gefragt. Deshalb ganz wichtig: Vereinbart ein Safeword. Dieses Stoppsignal setzt Grenzen. Sobald es einer von euch beiden ausspricht, ist die Session beendet. Wird das Spiel abgebrochen, ist es wichtig, dem anderen keine Vorwürfe zu machen und füreinander da zu sein, ganz ohne Rücksicht auf irgendwelche Rollen.

Bondage, Spanking, Fetisch – was ist was?

Im BDSM gibt es eine Vielzahl an Begriffen. Deshalb hier ein kleiner Überblick – die wichtigstens Bezeichnungen im BDSM für Anfänger erklärt.

  • Bondage: Fesselungspraktiken zur Steigerung der sexuellen Lust können beispielsweise mit Hand- und Fußschellen, Ketten, Seilen oder Bändern ausgeführt werden. Bondage ist ein Teil von BDSM, der seinen Weg mittlerweile in viele Schlafzimmer gefunden hat.
  • Discipline: Die Disziplinierung erfolgt oft durch Spanking, also Schläge mit der Hand oder mit Hilfsmitteln wie Gerten, Peitschen oder sogenannten Paddles.
  • Dominance & Submission: Herrschaft und Unterwerfung kann im BDSM durch Erziehungs- und Rollenspiele praktiziert werden. Symbole wie beispielsweise ein besitzanzeigendes Halsband, das der untergeordnete Partner beim Spiel trägt, verdeutlichen die Rollen.
  • Sadomasochismus: Bei SM-Praktiken geht es in der Regel um physische Schmerzen, die man entweder dem Partner zufügt oder selbst zugefügt bekommt. Daraus entsteht der Lustschmerz.
  • Fetisch: Latex, Lack und Leder, also das Tragen dieser Materialien (auch beim Liebesspiel), sind weitverbreitete Fetische. In vielen Städten werden mittlerweile mehr oder weniger regelmäßige Partys veranstaltet, die diesen Dresscode zelebrieren. Allerdings haben Latex, Lack und Leder ihren Weg längst auch in die Mode und die Kleiderschränke der Allgemeinheit gefunden.

BDSM für Anfänger: Tipps für den Einstieg

Als BDSM-Neuling solltest du dich langsam an diese erotische Spielart herantasten und dir Zeit nehmen, um herauszufinden, was dir gefällt. Dich steigern kannst du später immer noch. Hier ein paar Inspirationen in Sachen BDSM für Anfänger:

  • Soft Bondage: Ihr müsst ja nicht gleich mit Handschellen und Ketten in das Fesselspiel einsteigen, sondern könnt euch für den Anfang mit Seiden- oder Satinbändern ans Bett fesseln.
  • Wenn ihr euch dabei noch die Augen mit einem Tuch verbindet, sorgt das für einen zusätzlichen erotischen Kick.
  • Vielleicht befeuern aber auch ein paar Schläge mit der flachen Hand auf den Po euer Liebesspiel. Gefällt euch das, könnt ihr immer noch zur Gerte oder Paddle greifen.
  • Mit kleinen Rollenspielen, bei denen einer den unterwürfigen und einer den dominanten Part übernimmt, kann euch der Einstieg ebenfalls gelingen. Für den Anfang reicht es vielleicht sogar schon, wenn der bestimmende Partner klare Anweisungen und Befehle erteilt, was der andere beim Vorspiel oder Sex machen soll. Natürlich könnt ihr die Rollen zwischendrin tauschen.
  • Eiswürfel könnt ihr in eure Session integrieren, indem ihr sie über eure erogenen Zonen gleiten lasst. Auch flüssiges Kerzenwachs, das auf die Haut geträufelt wird, kann die Lust steigern.

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