Bin ich sexsüchtig? Anzeichen, Ursachen, Behandlung

Klar, Sex ist die schönste Nebensache der Welt. Wer jedoch sexsüchtig ist, kann den Spaß an der Sache verlieren. Aber was macht die Hypersexualität aus?

Bin ich sexsüchtig? Anzeichen, Ursachen, Behandlung

Hypersexualität, Nymphomanie, sexsüchtig sein – all das beschreibt einen krankhaften Umgang mit Erotik und Lust. Aber keine Sorge: Es ist noch niemand süchtig nach Sex, der einfach nur Spaß an der Sache hat und gerne einmal oder mehrmals am Tag mit seinem Partner schläft.

Was Hypersexualität ist

Sexsüchtig zu sein, ist ähnlich wie eine Drogenabhängigkeit. Betroffene brauchen permanent und wiederholt Sex. Sie sehnen sich Tag und Nacht nach diesem Gefühlszustand. Wenn sie ihre ständige Lust nicht ausleben, bekommen sie Entzugserscheinungen. Es ist also keinesfalls bloß ein einfaches Verlangen nach Nähe und Befriedigung, sondern eine ernst zu nehmende Krankheit.

Bin ich etwa sexsüchtig?

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Schnell stellt sich die Frage, wo eine Sexsucht beginnt. Ganz klar: nicht bei einem gesteigerten sexuellen Verlangen. Eine gesunde Lust auf Sex ist nichts Krankhaftes und macht dich sicher nicht zu einer Nymphomanin. So ist es beispielsweise ganz normal, zur Zyklusmitte besonders scharf zu sein oder die Nähe des Partners vermehrt zu suchen. Solange du mit deinem Sexleben zufrieden bist, brauchst du dir keine Sorgen machen. Beschert dir dein Liebesleben jedoch Schwierigkeiten, solltest du hellhörig werden.

Anzeichen einer Nymphomanie

Der Begriff Nymphomanie weckt zahlreiche Fantasien. Das Phänomen der ständig erregten Frau war schon Stoff etlicher Bücher und Filme. Weil diese Bezeichnung bereits derart "befleckt" ist, sprechen Mediziner lieber von Hypersexualität. Denn es handelt sich bei einer Nymphomanin nicht bloß um eine Frau, die ihre Lust voll und ganz auskostet und als Femme fatale von Bar zu Bar zieht. Wer sexsüchtig ist, kann nur noch an das eine denken – keinesfalls in einer genussvollen Form. Die typischen Anzeichen sind von Zwang geprägt. Betroffene Frauen können nicht schlafen, durchforsten das Internet nach Pornos, haben ständig One-Night-Stands und fühlen sich unfähig, sich zu binden. Sie suchen die Befriedigung, die sie jedoch fast nie finden, weil der Höhepunkt oder das, wonach sie sich sehnen, ausbleibt.

Gibt es Ursachen und Auslöser?

Experten können nicht eindeutig klären, warum manche Menschen sexsüchtig sind und was die Ursachen sind. Sie sind sich allerdings einig, dass Nymphomanie nicht selten als Begleiterscheinung verschiedener Persönlichkeitsstörungen auftritt. Oft sind es auch Probleme in der Kindheit, die später dazu führen, dass krankhaft Nähe gesucht wird. Da sich hypersexuelle Frauen nur schwer binden können und Schwierigkeiten haben, Menschen emotional an sich heranzulassen, stillen sie ihr Bedürfnis auf einem anderen Weg: mit Sex. Er ist gewissermaßen eine rein mechanische Ersatzhandlung. Auf ihrer Suche nach Liebe wechseln sie die Betten ständig, was die Sucht nur verstärkt.

Zum eigenen Wohl: Eine Behandlung ist unerlässlich

Hypersexualität ist keine Krankheit, die sich mit der Zeit einfach wieder auflöst. Wer sexsüchtig ist, braucht Hilfe von einem Experten, um den Teufelskreis zu durchbrechen. So gibt es spezielle Psychotherapien oder auch Selbsthilfegruppen. Bevor die Gespräche beginnen, wird in der Regel jedoch eine Blutuntersuchung beim Hausarzt durchgeführt. Denn auch eine Hormonstörung kann die Nymphomanie auslösen.

Ist das nicht der Fall, hilft eine psychologische Beratung, die Sexsucht zu überwinden. Anfangs setzt sich der Therapeut mit der Lebens- und Familiengeschichte seiner Patientin auseinander und klärt, ob es ein traumatisches Erlebnis gab, das die Symptome erklären könnte. Dann geht es darum zu lernen, mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Negative Empfindungen werden durch positive ersetzt. Doch die Therapie ist sehr schwer für Betroffene. Wer sexsüchtig ist, muss auf genau das verzichten, wonach er abhängig ist: Sex. Doch auch wenn es in der ersten Zeit hart ist, wer mitarbeitet und lernt, sich selbst zu lieben, ebnet den Weg aus der Hypersexualität. Eine Zukunft mit positiven sexuellen Erlebnissen steht offen.

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