Panda-Syndrom: Als Paar in der Kuschelfalle?

Das Panda-Syndrom hat schon so manche Beziehung sanft entschlafen lassen. Stichwort: Kuscheln statt Sex – und irgendwann gar kein Sex mehr ...

Panda-Syndrom: Als Paar in der Kuschelfalle?

Vor allem Paare in einer langen Beziehung erwischt es: Das Panda-Syndrom. Was niedlich klingt, lässt sich am besten umschreiben mit "Kuscheln statt Sex". Und das nicht nur manchmal, sondern immer. Wann das zum Problem werden kann und wie ihr der Kuschelfalle entkommt, lest ihr hier.

"Panda-Syndrom": Was ist das und warum heißt das so?

Pandas sind sehr gemütliche Tiere. Sie knabbern verträumt am Bambus, schlafen gern und viel, kuscheln eventuell ein wenig mit ihrem Partner – und das war's dann auch schon. Für Sex sind die schwarz-weißen Bären jedoch leider meist zu faul. Oh, ihr habt euch gerade selbst wiedererkannt, nur mit Pizza statt Bambus? Dann könnte es sein, dass eure Beziehung schon vom sogenannten Panda-Syndrom bedroht ist. Langzeitpaare erinnern häufig ein wenig an die gemütlichen Bären: Auf dem Sofa ist es soooo kuschelig, kleine Snacks stehen rings um sie herum und sind total lecker, und im Fernsehen läuft die neueste Serie. Aber Sex? "Gähn... Nee, Schatz, dafür bin ich jetzt echt schon zu müde. Vielleicht morgen." Nur, dass dann "morgen" wieder genauso verläuft: Essen, fernsehen und kuscheln statt Sex.

Kuscheln statt Sex: Und irgendwann ist die Liebe weg?

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Kuscheln an sich ist natürlich nichts Schlechtes. Es ist sogar sehr wichtig, denn es schafft Nähe und Vertrautheit. Trotzdem kommt es in vielen Beziehungen zu kurz – genauso wie irgendwann der Sex. Daher könnte man sagen: Wer wenigstens noch mit dem Partner kuschelt, bei dem ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. Wenn die Devise "Kuscheln statt Sex" aber zur Gewohnheit wird, verschwindet ein wichtiger Beziehungs-Baustein. Wie sehr guter Sex und eine harmonische Beziehung voneinander abhängig sind, haben Studien gezeigt. Verschwindet der Sex ganz aus der Beziehung, besteht die Gefahr, dass auch die Gefühle für den Partner irgendwann verschwinden. Und dann folgt oft die Trennung – wenn das Paar nicht sowieso schon resigniert und sich in sein schnuffeliges, kalorienreiches Sofa-Dasein ergeben hat

Sex-Flaute oder Panda-Syndrom?

Aber keine Angst: Nicht jede kleine Sex-Flaute bedeutet, dass eure Beziehung bereits unrettbar vom Panda-Syndrom befallen ist, schreibt der Paar-Coach Eric Hegmann im Magazin "Beziehungsweise". Laut dem Experten ist es ab einer Beziehungsdauer von etwa fünf bis sieben Jahren ganz normal und nachvollziehbar, wenn Paare oft lieber kuscheln, statt Sex zu haben. Ihnen ist die Vertrautheit mit dem Partner wichtiger als aufregende Nächte voller Höhepunkte. Aber ab und zu gibt es in den meisten Beziehungen eben doch noch solche "Magic Moments", mögen sie auch noch so selten sein. Es sei denn, das Panda-Syndrom hat schon voll zugeschlagen.

So entkommt ihr der Kuschelfalle

Wenn ihr euch noch nicht komplett in Pandas verwandelt habt und euch gegenseitig eingesteht, dass euch kuscheln statt Sex zu wenig ist, seid ihr schon auf einem guten Weg. Um euer Sexleben wieder in Schwung zu bringen, müsst ihr die ausgetretenen Pfade rund ums Sofa zu verlassen: Durchbrecht die alten Freizeitgestaltungsmuster à la "Such du den Film aus, ich bestelle schon mal Essen" und gebt euch selbst neue Impulse durch neue gemeinsame Erlebnisse. Worauf habt ihr Lust, was wolltet ihr schon immer mal ausprobieren? Und hier geht es nicht nur um Aktivitäten im Bett, sondern gern auch mal außer Haus. Aber auch eine Verabredung zum Sex mit dem eigenen Partner kann wahre Wunder wirken, wenn sie nicht mit Stress und Druck verbunden ist, sondern durch geschickte Vorbereitung das Kribbeln wie beim ersten Date wieder weckt.

Um Pandas zur Fortpflanzung anzuregen, wurden den Bären in einigen Zoos übrigens schon Filmchen gezeigt, die andere Pandas in heißer Aktion zeigen. Sextoys, Pornos und Co. sind bei Menschen laut Experte Eric Hegmann hingegen eher mit Vorsicht zu genießen, wenn es sich um ein waschechtes Panda-Syndrom handelt. Wenn das Sexleben erst mal vorsichtig wiederbelebt werden muss, erscheinen solche Hilfsmittel oft zu gewollt und schrecken eher ab – tastet euch also lieber vorsichtig heran und benutzt eure eigene Fantasie.

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