Angst vor Nähe: Anzeichen und wie du sie in der Beziehung überwindest

Geborgenheit, dem Partner möglichst nah sein – klingt nach einer erfüllten Beziehung. Doch manche Menschen haben Angst vor Nähe. So überwindest du sie.

Angst vor Nähe: Anzeichen und wie du sie in der Beziehung überwindest

Dem Partner körperlich und emotional nahe zu sein. Interessen zu teilen und gemeinsame Unternehmungen zu starten. Das schöne Gefühl, sich beim anderen verstanden und geborgen zu fühlen – für viele Menschen ist das die Vorstellung von einer idealen Beziehung.

Doch wenn du Angst vor Nähe hast, verursacht solch eine Form von Partnerschaft eine Beklemmung in dir, die sich jemand, der nicht davon betroffen ist, kaum vorstellen kann. In so einem Fall ist es wichtig, Bindungsangst zu erkennen, ihre Ursachen herauszufinden und die Angst vor Nähe zu überwinden.

Herzrasen statt Herzklopfen: Angst vor Nähe und ihre Anzeichen

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Wenn man verliebt ist, lässt allein schon der Gedanke an den anderen das Herz höher schlagen. Bei Menschen, die unter Beziehungsangst leiden, verursacht diese Vorstellung jedoch eher Herzrasen. Das kann in besonders schlimmen Fällen bis zu Panikattacken mit Übelkeit, Schweißausbrüchen und Enge in der Brust führen. Häufig werden die Symptome schlimmer, je enger die Beziehung wird.

Daraus resultiert häufig der emotionale und/ oder sexuelle Rückzug sowie eine (räumliche) Distanzierung der Person, die Angst vor Nähe hat. Die Strategien dafür sind vielseitig: Bewusst Streit provozieren, sich in Hobbys oder Arbeit flüchten sowie die Einforderung von immer mehr Freiraum sind bloß drei Beispiele, wie sich Angst vor Nähe äußern kann. Die Betroffenen kritisieren sich zudem häufig selbst und leiden unter einem verminderten Selbstwertgefühl..

So entsteht Bindungsangst

Beziehungsangst kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig sind damit aber Erlebnisse oder Erfahrungen in der Vergangenheit verknüpft. Menschen mit Angst vor Nähe haben zum Beispiel oft den Verlust eines Elternteils erfahren oder die Trennung ihrer Eltern miterlebt. Auch ein schlechtes oder distanziertes Eltern-Kind-Verhältnis oder ein zu hoher Erwartungsdruck kann der Grund für die Bindungsangst sein. Genereller Leistungsdruck durch die Gesellschaft oder eine psychische Erkrankung sind ebenfalls mögliche Ursachen.

Manchmal ist sexueller Missbrauch und ein damit einhergehender Vertrauensverlust der Auslöser. Oder eine frühere Beziehung, in der der oder die Betroffene schlechte Erfahrungen gemacht hat. Oft steckt hinter der Angst vor Nähe eine weitere Furcht, etwa vor Enttäuschung, Versagen, Verantwortung, Bevormundung oder einem Kontrollverlust. Wichtig ist: Wenn du unter Angst vor Nähe leidest, musst du deine Furcht ergründen. Auch wenn keine der hier genannten Ursachen auf dich zutrifft, resultiert deine Angst von irgendwo her.

Angst vor Nähe überwinden – das kannst du tun

Der erste Schritt, um die Angst vor Nähe zu überwinden, besteht darin, sie zu erkennen und sie sich einzugestehen. Im Anschluss daran sollte ein ehrliches Gespräch mit dem Partner geführt werden, damit auch dieser das Verhalten und die Gründe verstehen kann. Eine verständnisvolle Reaktion ist dabei hoffentlich vorauszusetzen.

Danach kommen diverse mögliche Maßnahmen infrage: Mangelt es der betroffenen Person an Selbstwertgefühl, kann es allein schon helfen, dieses zu stärken, etwa indem man sich von Freunden, Familie und vor allem dem Partner immer wieder seine positiven Eigenschaften bestätigen lässt. Wichtig ist außerdem, die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen aufzuarbeiten. Dafür ist es möglicherweise sinnvoll, sich zu überwinden, professionelle Hilfe zu suchen und eine Therapie zu beginnen.

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