Serielle Monogamie: Wozu das Beziehungshopping?

Serielle Monogamie: Schon kurz nach einer Trennung hat er oder sie ein neues Herzblatt am Arm. Was hat es mit diesen Menschen auf sich, die scheinbar nie wirklich Single sind?

Serielle Monogamie: Wozu das Beziehungshopping?

Ganz klar: Liebesbeziehungen sehen heute anders aus als früher. Gefühlt haben heute schon Teenager mehr Beziehungen beendet, als unsere Großeltern je hatten. Und doch ist da die Sehnsucht nach Treue und der großen Liebe. Das Ergebnis heißt "serielle Monogamie": Man ist sich treu, aber eben nicht bis zum Lebensende. Der Partner ist nur noch ein Lebensabschnittsgefährte.

Ist serielle Monogamie die Beziehungsform der Zukunft?

Serielle Monogamie ist für die meisten Menschen wohl nicht die Traumvorstellung einer Liebeskarriere und ob sie ein Zukunftsmodell ist, wer weiß? Immerhin hängt das auch sehr davon ab, woran man ganz persönlich eine gute Beziehung misst. Fakt ist aber, dass das Beziehungshopping keine Ausnahmeerscheinung mehr ist. Doch was sind die Ursachen?

Verliebt ins Verliebtsein

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Wer verliebt ist, schwebt auf Wolke sieben. Was in Songs und Gedichten so romantisch ist, betrachtet die Wissenschaft etwas nüchterner: Biochemisch sind die Schmetterlinge im Bauch einer Suchterkrankung gar nicht mal so unähnlich. Nach etwa sechs Monaten lässt dieses Gefühl aber nach. Wer das Kribbeln also nicht aufgeben will, schaut sich nach dem nächsten Liebesfix um. Dank Social Media, Dating Apps und entspannteren Moralvorstellungen ist das heute viel leichter möglich als vor einigen Jahrzehnten.

Flucht vor dem Alleinsein

Nicht alle Beziehungshopper rennen auf die nächste große Liebe zu. Manche laufen auch vor dem Alleinsein davon. Zwar ist Single sein heute eigentlich kein Problem mehr, aber spätestens Ende 20 wächst der gefühlte Druck doch, wenn die Freunde heiraten und anfangen, Kinder zu bekommen. Wer da kein gefestigtes Selbstbild hat, für den fühlt sich Alleinsein schnell nach Einsamkeit an. Da stürzt man sich vielleicht lieber in eine Beziehung, deren Ende von Anfang an klar ist, als gar niemanden an seiner Seite zu haben.

Bindungsangst und Problemvermeidung

Doch um immer wieder neue Liebesbeziehungen anfangen zu können, müssen auch immer wieder Trennungen vollzogen werden – Spaß macht das wohl niemandem. Aber für manche Menschen ist das Ende einer Beziehung weniger anstrengend, als sie fortzusetzen. Der Grund: Während das Miteinander zu Anfang durchaus auch auf der Oberfläche dahinschwimmen kann, wird es irgendwann intimer – nicht nur körperlich, sondern auch emotional.

Wo wir uns offenbaren, machen wir uns verletzlich. Nicht jeder kann und will das. Vor allem dann nicht, wenn er oder sie damit schon schlimme Erfahrungen gemacht hat. Dann streiten die Ängste und der Wunsch nach Liebe immer wieder miteinander und enden oft in serieller Monogamie. Bindungsangst ist dabei nur einer von vielen möglichen Auslösern für die häufigen Beziehungsabbrüche. Auch jede Menge anderer Probleme werden gern zum nächsten Partner verschleppt, statt sich ihnen zu stellen.

Optimierungswahn

Das digitale Zeitalter hat die Partnersuche denkbar einfach gemacht: Mit nur wenigen Klicks finden Flirt-, Paarungs- und Liebeswillige rund um den Globus zusammen. Gleichzeitig war der Drang zur Optimierung aber noch nie so groß wie heute: Alles soll immer perfekt sein und wir glauben, rund um die Uhr glücklich sein zu müssen. Da passiert es schnell, dass kleine Hürden innerhalb einer Beziehung direkt als Scheitern des Projekts "#LoveOfMyLife #PerfectCouple #Lovestory" gedeutet werden. Um die nächste Ecke könnte ja auch schon der neue Partner warten, der noch ein bisschen besser zum eigenen Profil passt – Beziehungshopping par excellence!

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