Absurd: Vagina reinigen – mit einer Gurke?

Der neueste Blogger-Trend? Seine Vagina reinigen – mit einer Gurke. "Yoni Cucumber Cleansing" heißt das und ist genauso unsinnig, wie es sich anhört.

Absurd: Vagina reinigen – mit einer Gurke?

"Yoni" ist das Sanskrit-Wort für den weiblichen Intimbereich und tatsächlich klingt "Yoni Cucumber Cleansing" viel schicker als "Scheidenreinigung mittels Gurke". Sowohl Esoterik- als auch Lifestyle-Blogs und -Vlogs zeigen, wie die Gurkenbehandlung richtig geht. Dabei ist die Antwort einfach: Am besten gar nicht!

Was soll das Cucumber Cleansing bringen?

Laut der Verfechterinnen dieses Beauty-Treatments winken alle möglichen positiven Effekte: Es soll angeblich den pH-Wert harmonisieren, Bakterien töten, Vitamine liefern und toll duften. Dazu soll Frau sich eine Gurke schnappen, sie schälen und auf die passende Größe zurechtschnitzen. Um die Vagina zu reinigen, wird das Gemüse dann eingeführt und für mindestens 20 Minuten dort belassen und auch gern immer wieder bewegt. Was klingt wie eine schlechte Bastelanleitung für hausgebaute Sextoys, ist nicht nur unnötig, sondern sogar gefährlich.

Niemand muss seine Vagina reinigen!

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Der menschliche Körper ist schon ein Wunderwerk. Auch wenn Frauen immer wieder eingeredet wird, dass ihr Körper gereinigt und optimiert werden muss – die Wissenschaft spricht eine andere Sprache: Die Vagina reinigt sich ganz von allein. Dazu braucht es keine Waschgele, keine Scheidenspülungen und erst recht keine Salatzutaten. Warmes Wasser reicht völlig.

Gefährliche Gurkenkur

Eine Gurke ist nicht steril – auch dann nicht, wenn sie aus dem Bioladen kommt. Wer versucht, damit seine Scheide zu reinigen, läuft Gefahr, sich schlimme Infektionen zuzuziehen. Denn zum einen hängen auch auf geschälten Gurken Bakterien und Pilze, die nichts im Intimbereich verloren haben und zum anderen kann die Gurke die Schleimhäute verletzen, was ebenfalls dazu führt, dass sich schädliche Bakterien ausbreiten können. Außerdem bringt die Gurkennummer den pH-Wert nicht ins, sondern aus dem Gleichgewicht. Das Ergebnis: Die gesunden Milchsäurebakterien können Pilze und Co. nicht mehr in Schach halten und es droht schmerzhafter Scheidenpilz.

Wer das Gefühl hat, dass untenrum etwas nicht stimmt – zum Beispiel, weil es juckt oder der Ausfluss bröckelt – sollte sich auf den Weg zur Frauenärztin machen, statt ins Gemüseregal zu greifen.

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