Bin ich zu dick? Warum dir deine Kleidergröße egal sein kann

Sie ist scheinbar immer noch die Frauen-Frage Nummer 1: Bin ich zu dick? Viele machen die Antwort an der Kleidergröße fest. Ein schwerer Fehler ...

Bin ich zu dick? Warum dir deine Kleidergröße egal sein kann

Der Schlankheitswahn lässt viele Frauen mit ihrer Figur hadern. "Bin ich zu dick?", fragen sie sich und schielen verunsichert auf ihre Kleidergröße. Die ist schließlich ein verlässlicher Maßstab, um sich und andere auf der Konfektions- und damit der Körperskala  einzuordnen. Doch weit gefehlt, denn die textile Norm sagt darüber praktisch gar nichts aus.

Was passt, das passt!

Typische Szene bei der Anprobe im Kaufhaus. Kundin: " Das ist jetzt welche Größe?" Verkäuferin: "42." Kundin: "Oh, so groß? Sonst trage ich 38." Verkäuferin: "Ja, aber diese Hose passt Ihnen perfekt. Sie fällt eben kleiner aus." 42 statt 38 – kann das sein? Ja, das kann es. Und zwar öfter als man vielleicht denkt.

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Eine Studie des Portals "TopGutscheinCode.de" hat ergeben, dass 93 Prozent der deutschen Frauen im Schnitt Kleider in drei verschiedenen Konfektionsgrößen in ihren Schränken haben. Teils, um für Gewichtsschwankungen gewappnet zu sein (46 Prozent). Meistens aber, weil sie von Marke zu Marke abweichen (65 Prozent).

Größe ist nicht gleich Größe

Das zeigt: Konfektionsgrößen sind alles andere als zuverlässig und geben daher keine Antwort auf die Frage, ob du zu dick bist. Mal fallen sie größer aus, mal kleiner. Das hängt vom Hersteller, der Marke und auch vom Handel ab. Sie alle kochen ihr eigenes Süppchen mit der Kleidergröße für Frauen. Und das nicht selten mit System. Manche wollen ihrer weiblichen Klientel ein gutes Gefühl geben und schrumpfen eigentlich größere Nummern in kleinere. Einfach per Etikett. Das Kalkül: Ihre Kundinnen freuen sich über ein passendes 38-er-Kleid und greifen eher zu, weil sie sich darin schlanker fühlen. Tatsächlich aber bräuchten sie eine größere Kleidergröße. Das funktioniert bei Bedarf auch umgekehrt.

Aber nicht immer ist Absicht dabei im Spiel. Die Industrie orientiert sich an idealtypischen Maßen. Das heißt, sie nimmt von Zeit zu Zeit Maß an Körpern unterschiedlicher Formen und teilt diese in Klassen ein, sprich in Konfektionsgrößen. Die gelten allerdings nicht für ewig, wie eine andere Studie belegt. Die Untersuchung "Size Germany" zeigte nach einer großen Vermessungsaktion an 13.400 Frauen, Männer und Kindern in den Jahren 2008 und 2009: Im Vergleich zu vorherigen Maßnahme von 1994 gab es deutliche Abweichungen.

Die Kleidergröße – eine Generationenfrage

So waren zum Beispiel die Damen um einen Zentimeter größer geworden und hatten an der Taille vier sowie an der Hüfte zwei Zentimeter gewonnen. Beim Brustumfang hatten sie zwei Zentimeter zugelegt. Ob die Auftraggeber, Unternehmen aus der Textilbranche, daraus Schlüsse gezogen haben, ist fraglich. Denn die Unterschiede bei den Kleidergrößen gibt es weiterhin. Übrigens nicht nur bei den Frauen.

"Bin ich zu dick?" ist also keine Frage der Nummer im Etikett. Ist es überhaupt eine wichtige Frage? Natürlich nicht. Und wer will und kann das überhaupt beurteilen? Die Modeindustrie mit ihren Magermodels? Die Männer? Du selbst? Es gibt einfach keinen Maßstab dafür. Der wäre zudem nicht angebracht. Auch wenn es abgedroschen klingt: Entscheidend sind die inneren Werte! Oder sieht dein Liebster etwa wie Brad Pitt aus?

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