Pheromone beim Menschen: Senden wir unbewusst Sexuallockstoffe aus?

Wissenschaftler vermuten, dass Lockstoffe, sogenannte Pheromone, beim Menschen die Sexualität steuern. Woher kommt sonst der Spruch "Sich gut riechen können"?

Pheromone beim Menschen: Senden wir unbewusst Sexuallockstoffe aus?

Liebe geht durch die Nase – klingt komisch, ist aber so. Wissenschaftler nehmen mittlerweile an, dass sogenannte Pheromone beim Menschen ihre Finger im Spiel haben, wenn es darum geht, wen wir attraktiv finden und wen nicht.

Diese geruchslosen Sexuallockstoffe nehmen beim Paarungsverhalten in der Tierwelt eine wichtige Rolle ein – egal, ob Hund, Katze, Ameise oder Maus. Warum sollte der Mensch da eine Ausnahme sein und seine Sexualität nicht von solchen Botenstoffen gesteuert werden? Ist "sich gut riechen können" also gar nicht nur so dahergesagt?

Sich gut riechen können: Auch deine Nase entscheidet, mit wem du schlafen willst

ellaOne hilft dir bei Verhütungspannen

Auch wenn wir es vielleicht nicht wahrhaben wollen und glauben, dass andere Faktoren unsere Partnerwahl beeinflussen – etwa Aussehen, Stimme oder Ausstrahlung – ist es auch der Geruch, der für unsere Sexualität eine Rolle spielt. Wenn es darum geht, dass zwei Menschen sich gut riechen können,  sind nicht Duftstoffe wie Parfüm gemeint, die wir deutlich erschnuppern können.

Sexualpheromone sind nämlich geruchlos. Die biochemischen Signalstoffe lösen bei Artgenossen ein spezifisches Verhalten oder physiologische Veränderungen aus. Bislang wurde noch nicht hieb- und stichfest bewiesen, dass die Botenstoffe auch beim Menschen die Sexualität beeinflussen. Doch immer mehr Forscher setzen sich in Studien damit auseinander. Beispielsweise lassen Versuche annehmen, dass vor allem Paare sich gut riechen können, deren Genprofile sich besonders stark unterscheiden. Dieser These nach verhindert die sexuelle Wahrnehmung "durch die Nase", dass Partner zusammenfinden, die ohne es zu wissen miteinander verwandt sind.

Pheromone beim Menschen: Funktioniert das tatsächlich?

Dass noch nicht eindeutig nachgewiesen konnte, dass Liebe beim Menschen durch die Nase geht, liegt unter anderem daran, dass das sogenannte Vomeronasal-Organ im Nasenbereich, durch das Pheromone beim Menschen wahrgenommen werden, relativ schwach ausgeprägt ist. Außerdem sind es hochkomplexe Duftgemische, die wir absondern, aus denen sich Einzelmoleküle nur schwer isolieren lassen, sodass es für Forscher nicht leicht ist, die Wirkung einzelner Bestandteile auf unsere Sexualität zu untersuchen.

Das hält einige Menschen aber nicht davon ab, im Alltag auf die Wirkung von Pheromonen bei der Partnersuche zu setzen. Mittlerweile gibt es zum Beispiel spezielle Pheromon-Parfüms, die den Träger unwiderstehlich machen sollen, wie ihre Hersteller beteuern. Ein zweifelhaftes Versprechen...

Auch "Pheromon-Partys" finden in unregelmäßigen Abständen in größeren Städten statt. Ja, du hast richtig gehört! Bei diesen Feiern beurteilen die Teilnehmer die Attraktivität ihres potenziellen Partners am Geruch eines getragenen T-Shirts. Zur Belustigung gelangweilter Großstadt-Singles trägt diese Art von Dating sicher bei, aber ob sich durch das Schnuppern an Kleidung in Plastiktüten tatsächlich der oder die Richtige finden lässt? Verlass dich lieber im Alltag auf den richtigen Riecher!

Verwandte Artikel