Postkoital emotional: Darum plaudern wir nach dem Sex Geheimnisse aus

Alkohol lockert bekanntlich die Zunge. Doch Forscher liefern nun eine wissenschaftliche Erklärung dazu, warum wir auch nach dem Sex Geheimnisse verraten.

Postkoital emotional: Darum plaudern wir nach dem Sex Geheimnisse aus

Ihr hattet gerade unfassbar guten Sex, liegt verschwitzt nebeneinander im Bett und könntet eigentlich glücklich und zufrieden einschlafen. Doch auf einmal überkommt dich und deinen Partner ein starkes Redebedürfnis – auch über intime Dinge, über die ihr vorher noch nie Gespräche geführt habt. Doch warum ist das so? Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im "Personality and Social Psychology Bulletin", liefert jetzt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum wir so gerne nach dem Sex Geheimnisse ausplaudern. Sie trägt den treffenden Namen: "Sex Unleashes Your Tongue" – Sex lockert deine Zunge.

Allein der Gedanke an Sex macht redselig

Forscher vom Interdisciplinary Center Herzliya in Israel wollten diesem Phänomen auf den Grund gehen und führten dafür drei Tests durch. Im ersten Versuch zeigten die Psychologen den Probanden entweder heiße Fotos vom anderen Geschlecht oder Bilder mit belanglosem Inhalt. In einem zweiten Experiment bekamen die Teilnehmer eine Sexszene mit Antonio Banderas und Angelina Jolie aus dem Erotikthriller "Original Sin" zu sehen – oder ein Katzenvideo. Im dritten Teil zeigten die Wissenschaftler einen Clip von einem sich innig küssenden Paar oder eine Szene, die zwar intim, jedoch nicht sexualisiert war. Im Anschluss an jedes Experiment mussten die Teilnehmer entweder über Instant Messenger oder von Angesicht zu Angesicht einem ihnen fremden Probanden des anderen Geschlechts eine sehr persönliche oder peinliche Anekdote aus ihrem Leben erzählen.

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Das Ergebnis: Die Männer und Frauen, die die heißen Fotos oder Videos sahen, gaben intimere Dinge aus ihrem Leben preis. Die Psychologen kamen so zu dem Schluss, dass uns allein schon der Gedanke an Sex oder die Konfrontation mit explizit sexualisierten Inhalten redseliger macht.

Die Hormone sind schuld, dass wir nach dem Sex Geheimnisse verraten

Die Erklärung dazu liefert wieder einmal Mutter Natur. Unterbewusst möchten wir eine emotionale Beziehung mit unserem Sexpartner aufbauen – ganz egal, ob es sich dabei um den One-Night-Stand oder den festen Freund handelt. Denn evolutionsbiologisch betrachtet, ist der Mensch, mit dem wir Sex haben, theoretisch auch derjenige, mit dem wir Kinder kriegen. Der Aufbau von Nähe begünstigt, dass wir Nachkommen zeugen und so unsere Art aufrechterhalten. Und auch das beim Akt ausgeschüttete Kuschelhormon Oxytocin ist nicht ganz unschuldig. Denn auch dadurch fühlen wir uns mit der Person stärker verbunden. Bleibt nur zu hoffen, dass man nie mit einem Whistleblower im Bett landet.

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