Verhütung mit der Temperatur-Methode: So funktioniert's

Richtig angewendet ist die Verhütung mit der Temperatur-Methode ein recht zuverlässiger Empfängnisschutz. Was du beachten musst, liest du hier.

Verhütung mit der Temperatur-Methode: So funktioniert's

Die Verhütung mit der Temperatur-Methode ist eine Form der natürlichen Familienplanung. Das bedeutet: Du verhütest mit dem Wissen um deinen Zyklus und deine Fruchtbarkeit – ganz ohne Hormone. Doch diese Form der Verhütung hat ihre Tücken. Du musst diszipliniert sein, um einen hohen Empfängnisschutz zu gewährleisten.

Die Temperatur zeigt deine Fruchtbarkeit an

Die Grundidee hinter der Verhütung mit der Temperatur-Methode ist schlicht und einfach: Bis zum Tag des Eisprungs sinkt die Basaltemperatur der Frau kontinuierlich leicht ab. Besonders niedrig ist der Wert am Tag der Ovulation. Etwa zwei Tage danach steigt die Temperatur unter Einfluss des Gelbkörperhormons Progesteron um 0,4 bis 0,6 Grad an und bleibt bis zum Beginn des nächsten Zyklus, also der nächsten Menstruation, gleich.

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Der Temperaturanstieg ist dann eindeutig, wenn an drei Tagen hintereinander der Wert um mindestens 0,4 Grad höher liegt als der höchste Wert der vorangegangenen sechs Tage. Ab jetzt bist du bis zur nächsten Blutung nicht mehr fruchtbar. Sinkt deine Temperatur in diesem Zeitraum allerdings wieder, muss ein vierter oder sogar fünfter Wert abgewartet werden, um den Tag des Eisprungs eindeutig bestimmen zu können.

Temperatur richtig messen: Das musst du bedenken

Für diese Verhütungsmethode brauchst du zuerst einmal ein Thermometer, das auf zwei Stellen hinter dem Komma genaue Werte anzeigt, damit die feinen Unterschiede überhaupt messbar sind.

Dann ist es wichtig, dass du immer zur gleichen Zeit misst: nämlich morgens, stets zur gleichen Uhrzeit, direkt nach dem Aufwachen. Noch im Bett liegend, schnappst du dir das Thermometer und misst – im Mund, in der Scheide oder im Enddarm. Wo, ist egal, Hauptsache du bleibst bei einer Variante und wechselst nicht innerhalb deines Zyklus. Die gemessenen Werte trägst du in einen Kalender ein, mit dem du schließlich die Kurve erkennen und sehen kannst, wann deine fruchtbaren Tage sind.

Pearl-Index und mögliche Tücken

Die Methode ist nur dann sicher, wenn du über deinen Zyklus genau Bescheid weißt und jeden Tag zur gleichen Zeit misst, denn sonst kann es schnell zu einer Verhütungspanne kommen und du riskierst eine ungewollte Schwangerschaft. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Ergebnisse einige Monate, bestenfalls ein halbes Jahr, dokumentierst, bevor du auf Kondome in deinen unfruchtbaren Tagen verzichtest. Und auch dann gilt: Sechs Tage vor dem Eisprung und zwei Tage danach bist du fruchtbar – Verhütung mit Kondom und Co. ist unerlässlich. Hast du dich einmal beim Messen der Temperatur vertan oder bist dir nicht ganz sicher, ob du die Ergebnisse richtig notiert hast, kannst du dich auch in der Apotheke zur Pille Danach beraten lassen, wenn du zu diesem Zeitpunkt ohne zusätzliche Verhütung Sex hattest.

Notiere dir in deinem Kalender auch immer, wenn besondere Lebensumstände deine Basaltemperatur beeinflussen könnten. Dazu zählen: Schlafmangel, Krankheiten, Alkoholgenuss und starker Stress. In diesen Phasen ist besondere Vorsicht gefragt!

Gehst du aber sehr genau vor und hast einen ausgeglichenen und stabilen Lifestyle, gilt die Verhütung mit der Temperatur-Methode als durchaus sicher. Der Pearl-Index liegt zwischen 0,5 und 3, was bedeutet: Innerhalb eines Jahres wurden unter 100 Frauen, die auf diese Weise verhütet haben, nur maximal drei schwanger.

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